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Konformität

EAA vs. WCAG: Wichtige Unterschiede bei Barrierefreiheitsstandards

Die EAA ist ein rechtlicher Rahmen, der darauf abzielt, die Barrierefreiheit in verschiedenen Branchen in der EU zu verbessern, während die WCAG globale technische Standards für barrierefreie digitale Inhalte bereitstellt. Im Folgenden erläutern wir ihre Unterschiede, wie sie sich ergänzen und welchen Standard Sie für die EAA-Konformität priorisieren sollten.

Autor: Jeff Curtis, Sr. Content Manager

Veröffentlicht: 09.01.2025

Text mit der Aufschrift 'W3C' vs. 'EAA' vor einem unscharfen Hintergrund der Europäischen Union.
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Barrierefreiheitsvorschriften und -richtlinien zu verstehen, kann sich wie ein Labyrinth anfühlen – besonders in Europa, wo die Richtlinien der Europäischen Union (EU) zusätzliche Komplexität mit sich bringen. Ein perfektes Beispiel? Das Verhältnis zwischen dem European Accessibility Act(opens in a new tab) und den Web Content Accessibility Guidelines(opens in a new tab) (WCAG).

Auf den ersten Blick scheinen sie austauschbar zu sein. Aber die Unterschiede zwischen EAA und WCAG zu kennen, ist entscheidend, um Konformität sicherzustellen und mögliche rechtliche Probleme zu vermeiden. Das gilt besonders mit der EAA-Compliance-Frist im Juni 2025.  

Im Folgenden erläutern wir die wichtigsten Unterschiede zwischen EAA und WCAG und helfen Ihnen zu verstehen, wo sich die beiden Standards überschneiden. Außerdem betrachten wir die spezifischen Anforderungen jedes Standards, damit Sie genau wissen, welche Vorgaben Sie erfüllen müssen, um konform zu bleiben und barrierefreiere Inhalte zu schaffen.

WCAG vs. EAA: Wie unterscheiden sie sich?

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die wichtigsten Unterschiede zwischen WCAG und EAA – auf die Details gehen wir später noch genauer ein.

Kriterium

EAA

WCAG

Art des Standards

Gesetzliche Richtlinie

Technische Richtlinien

Geografischer Geltungsbereich

Mitgliedstaaten der Europäischen Union

Globaler Standard

Zweck

Sicherstellen, dass Produkte und Dienstleistungen innerhalb der EU für alle zugänglich sind, insbesondere für Menschen mit Behinderungen

Bereitstellung eines Rahmens zur Erstellung barrierefreier digitaler Inhalte

Gesetzliche Verpflichtung

Verpflichtend für betroffene Unternehmen

Nicht rechtsverbindlich; dient als Rahmen für Barrierefreiheitsgesetze, einschließlich dem Americans with Disabilities Act(opens in a new tab) (ADA) und der EAA

Durchsetzung

Durch EU-Mitgliedstaaten mittels Strafen und Bußgeldern durchgesetzt

Keine direkte Durchsetzung

Abgedeckte Branchen

Breites Spektrum, einschließlich E-Commerce, Banken, Transport, IKT usw.

Fokussiert auf Webinhalte und digitale Plattformen

Barrierefreiheits-
bereiche

Physische und digitale Räume

Digitale Räume

Frist zur Einhaltung

28. Juni 2025

Keine spezifische Frist

Fokus auf universelles Design

Starker Fokus auf Prinzipien des universellen Designs

Empfiehlt universelles Design, konzentriert sich aber auf Webinhalte

Detailgrad

Breit und auf hoher Ebene, spezifische Anforderungen werden den Mitgliedstaaten überlassen

Detaillierte technische Kriterien

Zielgruppe

Unternehmen, Dienstleister und politische Entscheidungsträger

Webentwickler, Designer, Texter und Barrierefreiheits-Experten

Aktualisierungen

Selten aktualisiert; basiert auf EU-Gesetzgebungsprozessen

Wird regelmäßig aktualisiert (z. B. WCAG 2.1, WCAG 2.2)

Die Wettbewerbsdaten auf dieser Seite wurden zum Stand 1. November 2023 erhoben und können sich ändern oder aktualisiert werden. AudioEye übernimmt keine Gewähr für die Vollständigkeit oder Richtigkeit der Informationen auf dieser Seite.

Was ist WCAG?

WCAG ist der weltweite Standard für digitale Barrierefreiheit. Er wird nicht nur zur Messung der Konformität mit der EAA verwendet, sondern auch in anderen internationalen Barrierefreiheitsgesetzen, darunter das ADA und das Accessibility for Ontarians with Disabilities Act(opens in a new tab) (AODA). Die Richtlinien wurden vom World Wide Web Consortium(opens in a new tab) (W3C) erstellt und bieten einen klaren, umsetzbaren Rahmen, um Websites, Apps und andere digitale Inhalte für alle, insbesondere für Menschen mit Behinderungen, zugänglich zu machen. 

Im Kern von WCAG stehen die POUR-Prinzipien:

  • Wahrnehmbar: Inhalte müssen so präsentiert werden, dass sie für keine der Sinne – einschließlich Sehen, Hören und Tasten – unsichtbar sind.

  • Bedienbar: Nutzer müssen mit Ihren Inhalten interagieren können, unabhängig davon, wie sie navigieren (z. B. Tastatur, Maus oder assistive Technologien).

  • Verständlich: Ihre Inhalte und Benutzeroberfläche sollten für alle Nutzer leicht verständlich sein – unabhängig von deren Fähigkeiten.

  • Robust: Inhalte sollten auf einer Vielzahl von Geräten, Browsern und assistiven Technologien funktionieren. 

Diese Prinzipien bilden die Grundlage für die WCAG-Richtlinien; die Richtlinien sind außerdem in drei Konformitätsstufen gegliedert:

  • Stufe A: Das Mindestmaß an Barrierefreiheit.

  • Stufe AA: Der Standard, den die meisten Organisationen erfüllen müssen, um die gesetzlichen Anforderungen einzuhalten.

  • Stufe AAA: Das höchste Maß an Barrierefreiheit, das ideal ist, aber oft schwer für alle Inhalte zu erreichen ist.

WCAG als rechtlicher Rahmen

Hier wird es interessant: WCAG selbst ist kein Gesetz. Stattdessen wird es als rechtlicher Maßstab für Barrierefreiheitskonformität verwendet. Die EAA beispielsweise nutzt WCAG, um ihre Barrierefreiheitsanforderungen zu definieren. 

Einfacher gesagt: Wenn Ihre Website, mobilen Apps, Online-Dokumente oder andere digitale Inhalte nicht den Standards von WCAG 2.1 Stufe AA entsprechen, könnten Sie rechtliche Probleme bekommen. Die Einhaltung der WCAG-Standards hilft Ihnen, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen und macht Ihre Inhalte für Millionen von Menschen mit Behinderungen in der EU zugänglicher.

Wie EAA und WCAG zusammenwirken

EAA und WCAG gehen Hand in Hand, um Barrierefreiheit zu verbessern. Man kann es so sehen: Die EAA legt die rechtlichen Anforderungen fest, während WCAG den technischen Rahmen zur Erfüllung dieser Anforderungen bietet. Die EAA schreibt zum Beispiel vor, dass digitale Inhalte – einschließlich digitaler Plattformen, Websites, mobiler Apps, Online-Dokumente und anderer digitaler Inhalte – barrierefrei sein müssen. WCAG definiert genau, was „barrierefrei“ bedeutet und wie dies erreicht werden kann. 

Konkret enthält WCAG 2.1 Stufe AA die Richtlinien, die für die EAA-Konformität erforderlich sind, darunter:

  • Alt-Text: Beschreibende Alternativtexte (oder Alt-Text) für Bilder bereitstellen, damit Nutzer, die auf Screenreader angewiesen sind, den visuellen Inhalt verstehen können.

  • Untertitel: Fügen Sie Untertitel oder Transkripte für alle Audioinhalte hinzu, um diese für Menschen mit Hörbehinderungen, wie Gehörlosigkeit oder Schwerhörigkeit, zugänglich zu machen.

  • Kompatibilität mit assistiven Technologien: Stellen Sie sicher, dass Ihre Website mit assistiven Technologien wie Screenreadern, Sprachausgabe-Software und Bildschirmvergrößerern gut funktioniert.

  • Tastaturnavigation: Stellen Sie sicher, dass Nutzer Ihre Website ausschließlich mit der Tastatur navigieren können – ein entscheidendes Merkmal für diejenigen, die keine Maus zur Navigation digitaler Inhalte verwenden.

  • Ausreichender Farbkontrast: Text sollte einen ausreichenden Farbkontrast zu Hintergrundelementen aufweisen – WCAG empfiehlt ein Mindestkontrastverhältnis von 4,5:1 für normalen Text, um die Lesbarkeit für Menschen mit Sehbehinderungen zu verbessern.


Wichtig zu wissen: Die obige Liste ist keine vollständige Aufzählung aller WCAG-Erfolgskriterien. Für eine umfassendere Übersicht sehen Sie sich unsere WCAG-Checkliste an.

Ihr Weg zur EAA-Konformität beginnt hier

Die Einhaltung der EAA-Standards ist mehr als nur ein Häkchen auf einer Liste – es geht darum, Ihr rechtliches Risiko zu minimieren und eine barrierefreie, benutzerfreundliche Erfahrung für alle zu schaffen. Mit der anstehenden EAA-Frist im Juni 2025 ist Barrierefreiheit kein Thema, das Sie ignorieren können. Die Ausrichtung an WCAG 2.1 Stufe AA ist Ihr Ausgangspunkt, um die Funktionalität zu verbessern und der Konformität näher zu kommen.

Die gute Nachricht: Der Einstieg in die digitale Barrierefreiheit muss nicht überwältigend sein. Mit AudioEye ist der Weg zur EAA-Konformität schnell, einfach und kosteneffizient – dank unseres dreistufigen Ansatzes für Barrierefreiheit. Von unserer KI-gesteuerten Automatisierungstechnologie, die häufige Barrierefreiheitsprobleme in Echtzeit erkennt und behebt, bis hin zu unseren Experten-Audits durch Barrierefreiheits-Experten und die Community von Menschen mit Behinderungen – AudioEye hilft Ihnen, branchenführende Konformität zu erreichen. Und indem Sie Barrierefreiheits-Testtools in den Entwicklungsprozess integrieren, gehen Sie Barrierefreiheitsprobleme proaktiv an und minimieren so den Bedarf an teuren nachträglichen Korrekturen.


Bereit für den ersten Schritt zur EAA-Konformität? Starten Sie mit einem kostenlosen Barrierefreiheits-Scan von AudioEye oder vereinbaren Sie eine Demo und erleben Sie AudioEye in Aktion.

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