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Konformität

Gilt WCAG für mobile Apps?

Die WCAG-Richtlinien zur Barrierefreiheit gelten auch für mobile Apps, einschließlich hybrider und nativer mobiler Anwendungen. Dieser Artikel zeigt, wie Sie die Barrierefreiheit von mobilen Apps verbessern können, und bietet eine Checkliste zur Barrierefreiheit von mobilen Apps, um Ihnen den Einstieg zu erleichtern.

Autor: Missy Jensen, Senior SEO Copywriter

Veröffentlicht: 22.02.2024

Verschiedene stilisierte mobile Browser mit einem Barrierefreiheitssymbol in der Mitte.

Wenn Sie an digitale Barrierefreiheit denken, fällt Ihnen wahrscheinlich zuerst Ihre Website ein. Digitale Barrierefreiheit betrifft jedoch auch Ihr Omnichannel-Erlebnis – dazu gehören auch mobile Apps. Obwohl die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) ursprünglich für Webinhalte entwickelt wurden, wurde ihr Anwendungsbereich auf mobile Anwendungen, einschließlich hybrider und nativer Apps, ausgeweitet. Die Richtlinien enthalten Empfehlungen, wie App-Entwickler mobile Anwendungen für Nutzer mit unterschiedlichen Behinderungen zugänglich machen können.

Richtlinien zur Barrierefreiheit für mobile Apps wurden erstmals im Juni 2018 mit WCAG 2.1 eingeführt. Siebzehn neue Erfolgskriterien wurden für die mobile Barrierefreiheit und die Verbesserung der Zugänglichkeit für Personen, die verschiedene mobile Geräte zum Surfen im Internet nutzen, eingeführt. Dazu gehören:

  • Smartphones (einschließlich Android- und iOS-Geräte)

  • Tablets

  • Wearables (z. B. Smartwatches)

  • Digitale Fernseher

  • Geräte in Haushaltsgeräten, Armaturenbrettern von Autos oder Flugzeugsitzlehnen

  • 'Internet of Things' (IoT)-Geräte wie smarte Lautsprecher (Google Home) oder Kameras (Ring Doorbells oder August Doorbell Cam)

Die in WCAG 2.1 beschriebenen Richtlinien behandeln Probleme der mobilen Barrierefreiheit, wie zum Beispiel:

  • Kleine Bildschirmgrößen

  • Bildschirmorientierung

  • Farbkontrast

  • Textabstand

  • Tastaturnavigation

WCAG 2.2 hat neun neue Erfolgskriterien für die Barrierefreiheit von mobilen Apps eingeführt, darunter Empfehlungen für Touch-Ziele, responsives Design und Gesten. Jede dieser Empfehlungen trägt dazu bei, die mobile Barrierefreiheit für Nutzer mit kognitiven, visuellen, körperlichen und Lernbehinderungen zu verbessern und baut auf den Grundlagen von WCAG 2.1 auf.

Mobile App Barrierefreiheit verstehen

Laut dem World Wide Web Consortium (W3C)(opens in a new tab), bedeutet mobile Barrierefreiheit, „Websites und Anwendungen für Menschen mit Behinderungen zugänglicher zu machen, wenn sie Mobiltelefone und andere Geräte nutzen.“ Einfacher gesagt, sorgt dieser Ansatz dafür, dass Nutzer mit unterschiedlichen Behinderungen das Web auf mobilen Geräten nutzen und navigieren können. Da immer mehr Verbraucher auf mobile Geräte angewiesen sind, um Geschäfte zu tätigen(opens in a new tab), müssen Organisationen die Barrierefreiheit auf diesen Geräten priorisieren.

Die Verbesserung der Barrierefreiheit in mobilen Apps ist nicht nur das Richtige – sie ist auch gesetzlich vorgeschrieben. Laut Titel III des Americans with Disabilities Act (ADA)(opens in a new tab), müssen öffentliche Einrichtungen für alle zugänglich sein, insbesondere für Menschen mit Behinderungen. Websites und mobile Anwendungen gelten als öffentliche Einrichtungen und müssen daher gesetzlich barrierefrei sein.

Allerdings enthält der ADA keine technischen Spezifikationen zur digitalen Barrierefreiheit. Aus diesem Grund hat das Justizministerium (DOJ) die WCAG als Compliance-Standard übernommen. Organisationen, die die in WCAG 2.2 Level A und Level AA beschriebenen Richtlinien erfüllen, gelten als konform mit den ADA-Barrierefreiheitsanforderungen. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit rechtlicher Herausforderungen – einschließlich Klagen und Abmahnungen – aufgrund mangelnder Barrierefreiheit.

Eine Reihe von 4 verschiedenen Symbolen mit jeweils dem Text darunter: Wahrnehmbar, Bedienbar, Verständlich, Robust

Vier Prinzipien zur WCAG-Konformität bei mobilen Apps

Um sicherzustellen, dass Ihre mobilen Apps barrierefrei sind, sollten vier zentrale Prinzipien beachtet werden:

  • Wahrnehmbar: Inhalte in mobilen Apps sollten für Nutzer wahrnehmbar sein, d. h. die App hat das passende Verhältnis von Bildschirmgröße zu Inhalt, guten Farbkontrast, Zoom-Funktionen usw.

  • Bedienbar: Dieses Prinzip betrachtet die allgemeine Nutzbarkeit einer mobilen App und wie einfach Nutzer mit Behinderungen mit der Anwendung interagieren können. Bedienbare Apps bieten Funktionen wie eine tastaturkompatible Touchscreen-Bedienung oder alternative Touch-Gesten.

  • Verständlich: Mobile Nutzer sollten verstehen, wie sie die App navigieren und anpassen können, einschließlich eines klaren Layouts, Anpassungsoptionen, klaren Handlungsaufforderungen (CTAs) und Gruppierung ähnlicher Elemente.

  • Robust: Das Prinzip der Robustheit betrachtet, wie effektiv eine mobile App auf verschiedenen Betriebssystemen oder Geräten funktioniert. Beispielsweise sollte eine mobile App auf einem mobilen Gerät genauso gut funktionieren wie auf einem Desktop.

Sie sollten außerdem sicherstellen, dass Ihre mobilen Apps die Empfehlungen der WCAG-Konformitätsstufen befolgen. Streben Sie an, alle Anforderungen der Stufen A und AA zu erfüllen, da diese als Mindeststandard für Barrierefreiheit gelten.

Checkliste für die Barrierefreiheit mobiler Apps

Um Ihnen zu helfen, die WCAG-Standards zur Barrierefreiheit zu erfüllen, nutzen Sie die folgende Checkliste als Ausgangspunkt. Es ist wichtig zu beachten, dass die Umsetzung dieser Funktionen Ihre mobile App oder Website nicht zu 100 % konform macht – zusätzliche Barrierefreiheitstests sind erforderlich, um vollständige Konformität sicherzustellen.

Bildschirmgrößen

Beim Design Ihrer mobilen App sollten Sie bedenken, dass Nutzer auf verschiedenen Bildschirmgrößen interagieren. Die App sollte für große und kleine Bildschirme optimiert sein, mit möglichst wenig Inhalt, angemessener Textgröße und ggf. angepasster Position von Formularfeldern.

Farbkontrast

Die WCAG 2.2 Level AA-Richtlinien verlangen für Text einen Farbkontrast von mindestens 4,5:1 und für größeren Text ein Verhältnis von 3:1. Der richtige Farbkontrast stellt sicher, dass Nutzer mit Behinderungen (einschließlich Sehbehinderungen) zwischen Webelementen unterscheiden und den Inhalt der App verstehen können. Ein Farbkontrast-Checker hilft Ihnen, das richtige Gleichgewicht zu finden.

App-Gesten

Halten Sie App-Gesten so einfach wie möglich. Nutzer mit körperlichen oder motorischen Einschränkungen können Schwierigkeiten mit komplexeren Gesten haben. Es wird empfohlen, 'Tippen' oder 'Wischen' zu implementieren, um die Nutzererfahrung einfach zu halten.

Layout-Konsistenz

Informationen, die in Ihrer App wiederholt werden (z. B. Kontaktinformationen, Kopf- und Fußzeilen, Chatbots usw.), sollten in derselben Reihenfolge bleiben. Das stellt sicher, dass Nutzer mit kognitiven Einschränkungen Informationen leicht finden und sich nicht in der App verlieren.

Tastaturnavigation

Nutzer sollten Ihre mobile App ausschließlich mit der Tastatur navigieren können. Die Tabulatorreihenfolge auf der Seite sollte logisch und intuitiv sein, um ein gutes Erlebnis zu gewährleisten.

Text- und Schriftgröße

Stellen Sie sicher, dass Nutzer die Text- und Schriftgröße entsprechend ihrer individuellen Einschränkungen anpassen können. Dies sollte möglich sein, ohne dass Text verdeckt wird oder das Layout zerstört wird.

Alternativtext

Alle Bilder – auch dekorative – sollten Alternativtext (Alt-Text) enthalten. So erhalten Nutzer mit Sehbehinderungen (z. B. Blindheit, Sehschwäche, Farbenblindheit usw.) Kontext zum Bild und zum Grund seiner Einbindung auf der Seite.

Überschriften

Überschriften sollten angemessen verwendet werden, um eine logische Inhaltsstruktur zu schaffen. Einfach gesagt, sollten Überschriften Informationen über die Seitenstruktur und die Nutzerführung liefern.

Zielgröße

Touch-Ziele wie Buttons und Links sollten in mobilen Apps angemessen groß und weit genug voneinander entfernt sein. Sie sollten außerdem leicht unterscheidbar sein, sodass Nutzer den Unterschied zwischen umgebendem Text und Element erkennen können.

Screenreader-Kompatibilität testen

Fast 80 % der Menschen mit Behinderungen sind auf Screenreader angewiesen(opens in a new tab) , um sowohl mobile als auch Webanwendungen zu nutzen. Stellen Sie sicher, dass Ihre mobile App mit Screenreadern und anderen Hilfstechnologien kompatibel ist, indem Sie Apps mit diesen Geräten testen. So können Sie feststellen, wo weitere Entwicklungen zur Verbesserung der Barrierefreiheit erforderlich sind.

Wenn Sie neue mobile Apps erstellen oder bestehende aktualisieren, sollten Sie eine manuelle Überprüfung Ihrer Apps durchführen oder sie von Menschen mit Behinderungen testen lassen. AudioEye beispielsweise führt eine detaillierte Expertenprüfung Ihrer mobilen Anwendungen durch, um WCAG-Verstöße zu identifizieren. Alle Verstöße werden in einem ausführlichen Bericht zusammengefasst, damit Sie priorisieren können, welche Barrierefreiheitsfehler zuerst behoben werden sollten. Wir arbeiten auch mit unserer A11iance Community zusammen, einer Gruppe von Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen, die mobile Apps testen und Barrieren melden.

Erstellen Sie WCAG-konforme mobile Apps mit AudioEye

Da die Nutzung mobiler Apps weiter steigt, ist es entscheidend, dass sie so barrierefrei und inklusiv wie möglich sind – und das beginnt mit der Einhaltung der WCAG-Richtlinien. Die Umsetzung dieser Empfehlungen hilft Ihnen nicht nur, ein positives mobiles Nutzererlebnis zu bieten, sondern steigert auch den Gesamterfolg Ihrer mobilen Anwendungen. Regelmäßiges Barrierefreiheits-Scanning Ihrer Website oder eine Expertenprüfung Ihrer mobilen App ist der beste Weg, Probleme zu erkennen, bevor sie Ihre Kunden betreffen. Darüber hinaus hilft Ihnen der Aufbau barrierefreier mobiler Apps, potenzielle rechtliche Schritte zu vermeiden, die teuer, zeitaufwendig und schädlich für Ihren Markenruf sein können.

Warten Sie nicht, bis Barrierefreiheitsfehler Sie finden, sondern ergreifen Sie proaktive Maßnahmen, um sie selbst zu erkennen und zu beheben. Bei AudioEye helfen wir Ihnen, den Weg zur Barrierefreiheitskonformität mobiler Apps zu starten. Unser Team aus menschlichen Testern prüft Ihre mobilen Apps sorgfältig und meldet WCAG-Verstöße, einschließlich Empfehlungen zur Behebung.

Gemeinsam schaffen wir eine mobile Benutzeroberfläche, die barrierefrei, inklusiv und WCAG-konform ist.

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