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Konformität

Gilt WCAG für mobile Apps?

Die WCAG-Richtlinien zur Barrierefreiheit gelten auch für mobile Apps, einschließlich hybrider und nativer mobiler Apps. Dieser Artikel zeigt, wie Sie die Barrierefreiheit mobiler Apps verbessern können, und bietet eine Checkliste zur Barrierefreiheit mobiler Apps, um Ihnen den Einstieg zu erleichtern.

Autor: Missy Jensen, Senior SEO Copywriter

Veröffentlicht: 23.07.2026

Verschiedene stilisierte mobile Browser mit einem Barrierefreiheitssymbol in der Mitte.

Wenn Sie an digitale Barrierefreiheit denken, kommt Ihnen wahrscheinlich zuerst Ihre Website in den Sinn. Digitale Barrierefreiheit gilt jedoch auch für Ihr Omnichannel-Erlebnis – dazu gehören auch mobile Apps. Obwohl die Web Content Accessibility Guidelines(opens in a new tab) (WCAG) ursprünglich für Webinhalte entwickelt wurden, wurde ihr Anwendungsbereich auf mobile Anwendungen, einschließlich hybrider und nativer Apps, ausgeweitet. Die Richtlinien enthalten Empfehlungen, wie App-Entwickler mobile Anwendungen für Nutzer mit unterschiedlichen Behinderungen zugänglich machen können.

Richtlinien zur Barrierefreiheit für mobile Apps wurden erstmals im Juni 2018 mit WCAG 2.1 eingeführt. Siebzehn neue Erfolgskriterien wurden für die mobile Barrierefreiheit und die Verbesserung der Zugänglichkeit für Menschen, die verschiedene mobile Geräte zum Surfen im Internet nutzen, hinzugefügt. Dazu gehören:

  • Smartphones (einschließlich Android- und iOS-Geräte)

  • Tablets

  • Wearables (z. B. Smartwatches)

  • Digitale Fernseher

  • Geräte in Haushaltsgeräten, Armaturenbrettern von Autos oder Flugzeugsitzrücken

  • „Internet of Things“ (IoT)-Geräte wie smarte Lautsprecher (Google Home) oder Kameras (Ring Doorbells oder August Doorbell Cam)

Die in WCAG 2.1 beschriebenen Richtlinien adressieren Probleme der mobilen Barrierefreiheit, wie zum Beispiel:

  • Kleine Bildschirmgrößen

  • Bildschirmorientierung

  • Farbkontrast

  • Textabstand

  • Tastaturnavigation

WCAG 2.2 führte neun neue Erfolgskriterien für die Barrierefreiheit mobiler Apps ein, darunter Empfehlungen für Touch-Ziele, responsives Design und Gesten. Jede dieser Maßnahmen trägt dazu bei, die mobile Barrierefreiheit für Nutzer mit kognitiven, visuellen, körperlichen und Lernbehinderungen zu verbessern und baut auf dem Fundament von WCAG 2.1 auf.

Mobile App Barrierefreiheit verstehen

Laut dem World Wide Web Consortium (W3C)(opens in a new tab), bedeutet mobile Barrierefreiheit, „Websites und Anwendungen für Menschen mit Behinderungen zugänglicher zu machen, wenn sie Mobiltelefone und andere Geräte verwenden.“ Einfacher gesagt stellt dieser Ansatz sicher, dass Nutzer mit unterschiedlichen Behinderungen das Web auf mobilen Geräten nutzen und navigieren können. Da immer mehr Verbraucher auf mobile Geräte setzen, um Geschäfte zu tätigen(opens in a new tab), müssen Organisationen die Barrierefreiheit auf diesen Geräten priorisieren.

Die Verbesserung der Barrierefreiheit in mobilen Apps ist nicht nur das Richtige – sie ist auch gesetzlich vorgeschrieben. Laut Titel III des Americans with Disabilities Act (ADA)(opens in a new tab), müssen öffentliche Einrichtungen für alle zugänglich sein, insbesondere für Menschen mit Behinderungen. Websites und mobile Anwendungen gelten als öffentliche Einrichtungen und müssen daher gesetzlich barrierefrei sein.

Der ADA enthält jedoch keine technischen Spezifikationen zur digitalen Barrierefreiheit. Aus diesem Grund hat das Justizministerium (DOJ) die WCAG als Compliance-Standard übernommen. Organisationen, die die in WCAG 2.2 Level A und Level AA festgelegten Richtlinien erfüllen, gelten als konform mit den ADA-Anforderungen an die Barrierefreiheit. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit rechtlicher Herausforderungen – einschließlich Klagen und Abmahnungen – aufgrund mangelnder Barrierefreiheit.

Unterliegen mobile Apps ADA-Klagen?

Ja. Mobile Apps unterliegen denselben rechtlichen Anforderungen an die Barrierefreiheit wie Websites. Gerichte haben Apps wiederholt als Erweiterung der Waren und Dienstleistungen eines Unternehmens betrachtet, wodurch sie unter den ADA fallen.

Der Weg hängt davon ab, wem die App gehört. Private Unternehmen fallen unter Titel III. Apps von staatlichen und lokalen Behörden fallen unter Titel II, der nun eine Compliance-Frist bis zum 26. April 2027 für Einrichtungen mit 50.000 oder mehr Personen und bis zum 26. April 2028 für kleinere Einrichtungen und Sonderbezirke vorsieht. Für Titel III gibt es keinen kodifizierten technischen Standard, daher verweisen Gerichte und das DOJ auf WCAG 2.1 Level AA als praktischen Maßstab.

Die meisten Beschwerden gehen auf dieselben Barrieren zurück. Eine App, die von einem Screenreader nicht interpretiert werden kann, Steuerelemente ohne zugängliche Beschriftungen oder Aktionen, die nur durch komplexe Gesten funktionieren, führen zu Zugangsproblemen, die zu einer Abmahnung führen. Wenn Ihr Unternehmen eine solche erhält, dokumentieren Sie Ihren aktuellen Stand der Barrierefreiheit und stimmen Sie sich vor einer Antwort mit Ihrem Rechtsbeistand ab.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Leitfaden zum Umgang mit ADA-Compliance und Klagen zur Barrierefreiheit von Websites.

Eine Reihe von 4 verschiedenen Symbolen mit jeweils dem Text darunter: Wahrnehmbar, Bedienbar, Verständlich, Robust

Vier Prinzipien für WCAG-Konformität bei mobilen Apps

Um sicherzustellen, dass Ihre mobilen Apps barrierefrei sind, sollten vier zentrale Prinzipien beachtet werden:

  • Wahrnehmbar: Inhalte in mobilen Apps sollten für Nutzer wahrnehmbar sein, d. h. die App hat das passende Verhältnis von Bildschirmgröße zu Inhalt, guten Farbkontrast, Zoom-Funktionen usw.

  • Bedienbar: Dieses Prinzip betrachtet die allgemeine Nutzbarkeit einer mobilen App und wie einfach Nutzer mit Behinderungen mit der Anwendung interagieren können. Bedienbare Apps verfügen über Funktionen wie eine Touchscreen-kompatible Tastatur oder alternative Touch-Gesten.

  • Verständlich: Mobile Nutzer sollten verstehen, wie sie die App navigieren und anpassen können, z. B. durch ein übersichtliches Layout, Anpassungswerkzeuge, klare Handlungsaufforderungen (CTAs) und Gruppierung ähnlicher Elemente.

  • Robust: Das Prinzip der Robustheit betrachtet, wie effektiv eine mobile App auf verschiedenen Betriebssystemen oder Geräten funktioniert. Beispielsweise sollte eine mobile App auf einem mobilen Gerät genauso gut funktionieren wie auf einem Desktop.

Sie sollten außerdem sicherstellen, dass Ihre mobilen Apps die Empfehlungen der WCAG-Konformitätsstufen einhalten. Streben Sie an, alle Anforderungen der Stufen A und AA zu erfüllen, da diese als Mindeststandard für Barrierefreiheit gelten.

Checkliste für die Barrierefreiheit mobiler Apps

Um Ihnen zu helfen, die WCAG-Standards für Barrierefreiheit zu erfüllen, nutzen Sie die folgende Checkliste als Ausgangspunkt. Es ist wichtig zu beachten, dass die Umsetzung dieser Funktionen Ihre mobile App oder mobile Website nicht zu 100 % konform macht – zusätzliche Barrierefreiheitstests sind erforderlich, um vollständige Konformität sicherzustellen.

Bildschirmgrößen

Beim Design Ihrer mobilen App sollten Sie bedenken, dass Nutzer auf verschiedenen Bildschirmgrößen interagieren. Die App sollte sowohl für große als auch für kleine Bildschirme optimiert sein, mit minimalem Inhalt, angemessenen Textgrößen und ggf. angepasster Position von Formularfeldern.

Farbkontrast

Die WCAG 2.2 Level AA-Richtlinien verlangen für Text einen Farbkontrast von mindestens 4,5:1 und für größeren Text ein Verhältnis von 3:1. Der richtige Farbkontrast stellt sicher, dass Menschen mit Behinderungen (einschließlich Sehbehinderungen) zwischen Webelementen unterscheiden und den Inhalt der App verstehen können. Ein Farbkontrast-Checker kann Ihnen helfen, das richtige Gleichgewicht zu finden.

App-Gesten

Halten Sie App-Gesten so einfach wie möglich. Nutzer mit körperlichen oder motorischen Einschränkungen haben möglicherweise Schwierigkeiten mit komplexeren Gesten. Es wird empfohlen, einfache ‚Tippen‘- oder ‚Wischen‘-Gesten zu implementieren, um die Benutzererfahrung einfach zu halten.

Layout-Konsistenz

Informationen, die in Ihrer App wiederholt werden (z. B. Kontaktinformationen, Kopf- und Fußzeilen, Chatbots usw.), sollten in derselben Reihenfolge bleiben. Das stellt sicher, dass Nutzer mit kognitiven Einschränkungen Informationen leicht finden und sich nicht in der App verirren.

Tastaturnavigation

Nutzer sollten Ihre mobile App ausschließlich mit der Tastatur navigieren können. Die Tabulatorreihenfolge der Seite sollte logisch und intuitiv sein, um eine gute Nutzererfahrung zu gewährleisten.

Text- und Schriftgröße

Stellen Sie sicher, dass Nutzer die Text- und Schriftgröße entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse anpassen können. Dies sollte möglich sein, ohne dass der Text verdeckt wird oder das Layout zerstört wird.

Alternativtext

Alle Bilder – auch dekorative – sollten einen Alternativtext (Alt-Text) enthalten. So erhalten Nutzer mit Sehbehinderungen (z. B. Blindheit, Sehschwäche, Farbenblindheit usw.) Kontext zum Bild und dessen Zweck auf der Seite.

Überschriften

Überschriften sollten angemessen verwendet werden, um eine logische Inhaltsstruktur zu schaffen. Einfach gesagt, sollten Überschriften Informationen über die Seitenstruktur und den Nutzerpfad liefern.

Zielgröße

Touch-Ziele wie Buttons und Links sollten in mobilen Apps angemessen groß und ausreichend voneinander getrennt sein. Sie sollten außerdem leicht unterscheidbar sein, sodass Nutzer den Unterschied zwischen umgebendem Text und Element erkennen können.

Screenreader-Kompatibilität testen

Fast 80 % der Menschen mit Behinderungen verlassen sich auf Screenreader(opens in a new tab) für die Nutzung mobiler und Webanwendungen. Stellen Sie sicher, dass Ihre mobile App mit Screenreadern und anderen Hilfstechnologien kompatibel ist, indem Sie Apps mit diesen Geräten testen. So können Sie erkennen, wo weitere Entwicklungen zur Verbesserung der Barrierefreiheit erforderlich sind.

Wenn Sie neue mobile Apps erstellen oder bestehende aktualisieren, sollten Sie eine manuelle Überprüfung Ihrer Apps durchführen oder diese von Menschen mit Behinderungen testen lassen. AudioEye beispielsweise führt eine umfassende Expertenprüfung Ihrer mobilen Anwendungen durch, um WCAG-Verstöße zu identifizieren. Alle Verstöße werden in einem detaillierten Bericht zusammengefasst, damit Sie priorisieren können, welche Barrierefreiheitsfehler zuerst behoben werden sollten. Wir verlassen uns außerdem auf unsere A11iance Community, die aus Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen besteht, um mobile Apps zu testen und Barrieren zu melden.

WCAG-konforme mobile Apps mit AudioEye erstellen

Mobile Barrierefreiheit ist kein Nebenprojekt. Sie ist der Standard, den Ihre Nutzer erwarten, und WCAG ist der Maßstab, um diesen zu erreichen. Um dies konsistent auf jedem Bildschirm und bei jedem Update zu gewährleisten, braucht es mehr als eine einmalige Lösung. Es braucht den richtigen Ansatz.

AudioEye ist der einzige Anbieter für Barrierefreiheit, der KI-gestützte Automatisierung mit Experten-Custom Fixes im großen Maßstab kombiniert. Dieser Ansatz erreicht etwa 97 % Abdeckung der Probleme – ein Wert, den Automatisierung allein oder eine Beratungsfirma allein nicht erreichen können. Unsere Mobile App Audits testen Ihre iOS- und Android-Apps anhand der WCAG-Kriterien, und unser Expertenteam schreibt und validiert Korrekturen für Probleme, die die Automatisierung allein nicht lösen kann.

Warten Sie nicht auf eine Beschwerde oder Abmahnung, um zu erfahren, wo Ihre mobile App Defizite aufweist. Holen Sie sich ein Mobile App Audit von AudioEye und beheben Sie Probleme, bevor sie gefunden werden.

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